Die Katastrophe - aus der Ferne gesehenAls am zweiten Weihnachtstag 2004 in den Nachrichten zunächst von mehreren hundert Flutopfern in Südostasien die Rede war, ahnte wohl niemand, um welches Ausmaß einer Katastrophe es tatsächlich gehen werde. Der Begriff ‘Tsunami’ wurde noch nicht erwähnt; er war uns zudem überhaupt nicht bekannt. Erst später lernten wir, dass er von japanischen Fischern einst geprägt wurde aufgrund ihrer Erfahrungen mit gewaltigen Flutwellen, die von Seebeben ausgelöst wurden.
Mit jeder Nachrichtensendung wurden die Flutopferzahlen nach oben korrigiert und die geographischen Angaben erweitert. Als neben Indonesien auch Thailand, Sri Lanka, Indien, die Malediven sowie weitere Inselgruppen und sogar Somalia als von den Flutwellen betroffene Länder gemeldet wurden und zudem immer mehr vor-Ort-Aufnahmen im Fernsehen zu sehen waren, waren wir sehr schockiert und machten uns große Sorgen um unseren Freund Aruna, der sich gerade in Sri Lanka in seinem Heimatort Unawatuna aufhielt. Unawatuna ist ein kleiner Küstenort, der wenige Kilometer von der Kleinstadt Galle entfernt ist und in dem Aruna und seine Familie ein kleines Hotel, das ‘Sri Gemunu Beach Resort’ direkt am Meer im Ortsteil Unawatuna-Dalawella betreiben.
Aber bald schon kam die erlösende Nachricht, dass Aruna und seine ganze Familie sowie alle Gäste überlebt hatten. Wir waren natürlich sehr erleichtert!
Wie durch ein Wunder hatten die Flutwellen im Ortsteil Unawatuna-Dalawella zwar großen Schaden angerichtet, aber keine Menschenleben gekostet. In anderen Ortsteilen und im weiteren Umfeld gab es jedoch viele Todesopfer, und zahlreiche Familien waren obdachlos geworden.
Nun plagten uns aber die Fragen, wie Aruna, seine Familie und die Hotelgäste das Unglück er- und überlebt hatten, wie es ihnen ging, ob sie überhaupt noch ein stabiles Dach über dem Kopf hatten und ob internationale Hilfstruppen den Ort bereits erreicht hatten.
Der Informationsfluss war noch sehr spärlich. Um einen Eindruck von der Lage vor Ort zu bekommen, durchwühlten wir das Internet nach aktuellen Informationen und Bildern aus der Region. Der ‘Stern’ veröffentlichte Fotostrecken, die unter die Haut gingen. Zahlreiche Tote waren dort zu sehen; und Bilder von verzweifelten und traumatisierten Menschen vor den Trümmern ihrer zerstörten Häuser und Ortschaften. 2 dieser Bilder:
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Sehr beeindruckt waren wir als wir hörten, dass Aruna und seine Familie - trotz der Schwerstarbeit, die vor Ort allein der Wiederaufbau des stark zerstörten familieneigenen Hotels erforderte, vielen Menschen geholfen haben, denen es noch schlechter ging; und dass Aruna und seine Familie sich vorgenommen hatten, nicht nur kurzfristig Hilfe zu leisten: an ein längerfristiges Projekt für Kinder sei gedacht; und dass schon einmal eniges in die Wege geleitet werde.
Und endlich hatten wir das Gefühl, doch gezielt helfen zu können: Durch die Unterstützung dieses Projektes!
Familie Krämer |