Sonntag, 6 März 2005

 

Liebe Freunde und Spender von nah und fern!

 

Jetzt wird es Zeit für einen Bericht und persönlichen Dank an Sie.

 

Aruna ist seit gut 2 Wochen wieder hier in Deutschland und hatte am Sonnabend, den 26. Februar eine Gelegenheit, sich öffentlich bei einem Benefizabend, veranstaltet vom sri lankischen Restaurant Breitengrad, zu bedanken im Namen aller Betroffenen in Asien für die Hilfsbereitschaft, die aus aller Welt kam und die es den Menschen dort in den betroffenen Ländern leichter macht, wieder einen neuen Anfang ins normale Leben zurück zu finden.

Da ja nur einige von Ihnen persönlich da sein konnten, kommt jetzt hier ein schriftlicher Bericht:

 

Es war ein sehr schöner Abend. Der hamburgische Konsul von Sri Lanka eröffnete mit den anderen Teilnehmern den Abend durch Entzünden der traditionellen Öllampe, und tamilische und singhalesische Tanzgruppen zeigten ihre Tänze. Aruna hielt eine schöne Rede, während der er zu einer schweigenden Andacht für die Verstorbenen und Betroffenen aufrief (da der Tsunami genau auf den Tag 2 Monate her war) Außerdem holte er seine deutschen Freunde, die mit ihm als Hotelgäste in Sri Lanka den Tsunami erlebt hatten auf die Bühne. Die vier beschrieben noch einmal in bewegenden Worten dieses katastrophale Erlebnis, aber auch die   Veränderung, die es für sie persönlich bedeutet hat, das Leben noch einmal zurückgeschenkt zu bekommen und die Hilfsbereitschaft, die sie von den Einheimischen erfahren haben, die zuerst an das Wohl der fremden Gäste dachten.

 

Der Kernpunkt von Arunas Rede war, dass diese furchtbare Katastrophe alle Menschen unabhängig von Nationalität, Religion und sozialem Status mit einem Schlag wie aus dem Nichts getroffen hat und man doch daran aufwachen möge, friedlicher und bewusster miteinander zu leben.

 

Dann stellte Aruna sein Kinderhilfeprojekt vor, das Dank Ihrer großen und zahlreichen Spenden bereits ins Leben gerufen werden konnte !!! Später mehr davon.

 

Der Abend wurde abgerundet durch ein wunderbares sri lankisches Büffet, das Angie Silva mit ihrem sri lankischen Mann Ananda und der Küchencrew gezaubert hatte. Angie ist eine sehr aktive Irin, die viel für den sri lankisch-deutschen Kulturaustausch tut und bot so einen würdigen Rahmen für diese Veranstaltung. Die Hälfte der Einnahmen  spendete sie für das Tamilische Hilfsprojekt und die andere Hälfte für unser Kinderhilfsprojekt.

 

Obwohl der Abend  einen so ernsten Anlass hatte, war er durch die kulturellen und kulinarischen Darbietungen sehr gesellig und schön.

 

Wir hatten Gelegenheit, uns mit vielen Interessierten und Engagierten aus Hamburg und dem Umland zu unterhalten; und  zwar diesmal  vis-a-vis, denn  viele kannte ich zwar schon von zahlreichen Telefonaten, die in den zurück liegenden Wochen geführt wurden, jedoch bislang noch nicht persönlich.

 

Eine Lehrerin einer kleinen Grundschule hatte mit ihren Schülern über 2000 Euro gesammelt und  überreichte Aruna einen von den Kindern selbst gebastelten Gutschein über diese Summe. Sie stand stellvertretend für die vielen Schulen, die uns bis jetzt unterstützt haben.

 

Alle waren der Meinung, dass dieser Abend sehr authentische Information geboten. Wir hatten Fotowände gebastelt, um so unser Kinderhilfeprojekt darstellen zu können. Entstanden ist das so: Zunächst wollten wir Aruna, seine Familie, die Angestellten u. Dorffamilien unterstützen, um den Aufbau des Hotels, das ja auch betroffen  war, zu ermöglichen. Wie durch ein Wunder ist weder ein Hotelgast noch ein Einheimischer ums Leben gekommen.

 

Aruna befand sich zum Zeitpunkt des Tsunamis in einem der unteren Hotelzimmer und war etwa seit einer halben Minute aufgestanden, ein Umstand, der ihm vermutlich das Leben gerettet hat, als die Welle ihn traf und er um sein Leben kämpfen musste. Er wurde von der  Welle aus dem Hotel gespült und ist gegen einen Kokosbaum geprallt.

 

Als die Berichterstattung über die Katastrophe einsetzte, lief bei mir das Telefon heiß und viele Menschen fragten, wie sie uns, aber auch den Fischerleuten und anderen Familien dort helfen könnten. Es entstand zunächst die Idee, die Schule in Unawatuna wieder aufzubauen, da sich viele Lehrer hier einen Kontakt zu einer sri lankischen Schule für ihre Schüler wünschten. Nach einigen Recherchen vor Ort musste Aruna mir aber den Bescheid geben, dass es unmöglich sei, eine Schule in Privatinitiative auf zubauen; das sei dort wie hier Regierungsangelegenheit.

 

Nachdem Aruna mit Hilfe seiner Familie u .deutschen Freunde einige Hilfsaktionen gestartet hatte wie Essensverteilungen, Stipendien für einige betroffene Schüler, Schuheinkäufe für viele Kinder eines stark betroffenen Dorfes, wollte er etwas machen, was nachhaltig und sinnvoll angelegt war. So entstand sehr schnell die Idee, besonders betroffenen Kindern, die einen Elternteil oder beide Eltern oder ihr gesamtes Obdach verloren hatten, zu helfen und damit auch die  Restfamilien zu unterstutzen um zu gewährleisten, dass die Kinder in der Familie bleiben können.

 

Genaues dazu könnt ihr Euch aus dem Internet anschauen unter unserer Website

www.sri-lanka-unawatuna.de 

 

Dank Ihrer Hilfe haben wir so viel Geld gesammelt, dass das Projekt  bereites zwei Jahre gesichert ist: nämlich ca. 16.000 Euro!

Nun werden wir uns der Aufgabe zuwenden, auch für die nächsten Jahre Partner zu finden , die unser Projekt langfristig möglich machen wollen.

 

Wir  sind Ihnen für Ihre Anteilnahme und Ihren großartigen Einsatz ganz persönlich sehr dankbar.

 

Herzliche  Grüße

 

Susanna  und Aruna